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Zwei Verfahrensweisen bei Firmeninsolvenz in USA

Das bekannte chapter 11 ist ein Abschnitt im Firmeninsolvenzrecht der USA, dem US Bankruptcy Code. Der Begriff bezeichnet in der angelsächsischen Finanz- und Rechtssprache die Regeln für den Fall der Insolvenz eines Unternehmens.

Wenn ein Unternehmen insolvent wird, also die Summe seiner Verbindlichkeiten die Summe seiner Werte übersteigt, muss es dies nach dem Insolvenzrecht der USA dem Bundesinsolvenzgericht, Federal Bankruptcy Court melden.
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Zwei Wege bei Insolvenz möglich

Entweder das Unternehmen reicht seinen Fall unter chapter 7 (Liquidation) ein (engl. "to file under chapter 7"), oder es beantragt eine Insolvenz nach chapter 11 (Reorganisation)(engl. "to file under chapter 11").

Die beiden Verfahren unterscheiden sich deutlich voneinander. Während eine Insolvenzeröffnung nach chapter 7 zur Folge hat, dass alle Werte des Unternehmens sofort veräussert werden, um mit dem Erlös die Gläubiger zu befriedigen, führt ein Verfahren nach chapter 11 zu einer beaufsichtigten Insolvenz.

Bei dieser Variante versucht das Unternehmen, weiterhin im Geschäft zu bleiben und sich aus der Insolvenz zu retten. Während der Dauer der Insolvenz dürfen Gläubiger nicht versuchen, ihre Forderungen durchzusetzen, es sei denn über das Insolvenzgericht.

Gläubiger statt Eigentümer

Häufig müssen die Anteilseigner des insolventen Unternehmens nach Abschluss der Insolvenz entschädigungslos auf ihre Rechte am Unternehmen verzichten, da das Gericht alle alten Verbindlichkeiten des Unternehmens und Rechte an ihm aufhebt (engl. "rights and interests are being terminated").

An die Stelle der Alteigentümer rücken dann die Gläubiger in dem Anteil, der ihrem Anteil an den gesamten Verbindlichkeiten entspricht. Typischer Weise werden ungesicherte Forderungen und, falls dies für das Unternehmen vorteilhaft erscheint, auch Tarifverträge und langfristige Gebäudemieten durch das Gericht aufgehoben.

Von der NYSE zur NASDAQ

Ein Insolvenzantrag nach chapter 11 hat weiter zur Folge, dass die Aktien des Unternehmens nun nicht mehr an der NYSE sondern an der NASDAQ gehandelt werden. Insolvente Aktiengesellschaften sind durch ein Q vor der Firmenabkürzung zu erkennen.

Ein historisches Beispiel hierfür ist die Insolvenz des Unternehmens Penn Central (Penn Central Transportation Company, Abk. PC, 1968 - 1970), das anschliessend als QPC gehandelt wurde. Die grösste jemals nach chapter 11 eröffnete Insolvenz war die von Worldcom. Das Unternehmen hatte bei Eröffnung der Insolvenz einen Wert von 103 Milliarden US Dollar.

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