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Mallorcas Natur

Mallorca Mönsgeier Nur auf Mallorca gibt es den Moenchsgeier, den groessten Vogel in Europa. Die scheuen Seeadler nisten nur auf den abgelegensten Steilklippen in der Gebirgskette der Tramuntana. Auch im Naturschutzgebiet Albufera nisten zahllose geschuetzte Vogelarten, zigtausende von Zugvoegeln rasten hier auf ihrer jaehrlichen Reise.

Auch in den Seegebieten um Mallorca, die anderen Balearen Inseln und insbesondere um die benachbarten Naturschutzinseln Cabrera und Dragonera wurden weite Bereiche unter strengen Schutz gestellt.

Die Verwaltung der Inseln ist hier recht aktiv in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverband GOB. Im Seegebiet nordöstlich der Balearen gibt es grosse Bestaende des Roten Thunfisch, der durch industriell arbeitende Raubfischer aus anderen Ländern stark gefaehrdet ist. In internationalen Gewaessern ist die Ueberwachung ein Problem.

Mallorcas Strand bald ohne Sand

Mallorca Strand Seine Schoenheit wird ihm zum Verhaengnis. Es steht schlecht um Mallorcas beruehmtesten Naturstrand Es Trenc, denn er ist schon lange nicht mehr das, als was ihn viele Reisefuehrer immer noch anpreisen: ein Geheimtipp.
Um 10 bis 20 Meter, es gibt verschiedene Schaetzungen, hat sich der Strand von Es Trenc seit 1973 zurueck gezogen. Jetzt wollen Forscher und Politiker die Zahl der Besucher reduzieren. Natuerlich soll jeder das klare tuerkise Wasser, den feinen weissen Sand und die duftenden Kiefernwaelder geniessen koennen.
Doch wie viele Sonnenanbeter vertraegt der Strand? Picknickmuell, wildes Parken im hochempfindlichen Oekosystem der hinteren Duenen und auch die Anker der Sportboote gefaehrden den auf Mallorca einzigartigen, unbebauten Strand.

Ursachen der Zerstoerung weitgehend bekannt

Die Regierung geht jetzt sogar soweit, eine Zugangsbeschraenkung fuer das nahezu karibisch anmutende Paradies zu diskutieren. Die Entscheidung ueber eine solch weitreichende Massnahme haengt von einer gross angelegten Studie der Balearenuniversitaet ab. Diese soll herausfinden, was dem Strand zugemutet werden kann und vor allem, was nicht.

EsTrenc Strand Neptungras Seit 1973 hat Es Trenc unglaubliche 22 Meter Strand verloren. Schuld daran sind nicht nur die Strandurlauber, die durchschnittlich 70 Gramm Sand in Handtuechern, Kleidung und Haaren wegschleppen. Vor allem die stetige Zerstoerung der Algenwiesen der Posidonia oceanis, die als natuerliche Barriere gegen die anbrandenden Wellen und das Abfliessen des Sandes dienen, ist sehr bedenklich.

Ob tatsaechlich der nahe gelegene Hafen von Sa Rapita und die ankernden Boote schuld sind an der Zerstoerung der Posidonia soll nun in einer ausfuehrlichen Untersuchung geklaert werden. Dazu werden unter anderem die Strandbesucher und deren Autos und Boote zu den verschiedenen Tageszeiten, Tagen, Wochen und Monaten gezaehlt.

Das Oekosystem braucht Schutz

Auch die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten werden erstmals systematisch erfasst, denn Es Trenc ist kein toter Sandstrand, sondern ein komplexes, zusammenhaengendes Oekosystem. Das Wohlergehen des Systems haengt am Ueberleben jedes einzelnen seiner Teile. Vor diesem Hintergrund ist es absolut unakzeptabel, dass bis heute bei der "Reinigung" des Strandes die Alge und andere Pflanzen mit schweren Maschinen herausgerissen und getoetet werden.

Die Studie soll neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch ganz praktische Einsichten liefern. Von der Frage, an welchen Stellen wie viele Muelleimer aufgestellt werden muessen bis zur moeglichst schonenden Strandreinigung. Die Verantwortlichen der Universitaet rechnen fuer den Herbst 2007 mit ersten Vorschlaegen fuer eine Zugangsregulierung des Strandes. Wir sind gespannt und werden an dieser Stelle berichten.

So geht es weiter: Stille Revolution am Es Trenc Strand

EsTrenc Strand Was frueher als Algenschmutz galt, wird heute als wertvoller Schutz des Oekosystems Strand und Duenen verstanden. Die immer wieder, besonders im Winter, von Wind und Wellen angespuelten abgestorbenen braunen Algen sind keinen Algen, sondern Neptungraeser. Fuer unwissende Touristen nur Schmutz mit unangenehmem Geruch sind sie tatsaechlich fundamentaler Bestandteil des Naturstrandes.

Im Wasser bremsen die Seegraeser, die in 200 Jahren nur einen Zentimeter wachsen, den Wellengang und schaffen Lebensraum fuer Mikroorganismen, denen der feine Sand zu verdanken ist, so wie fuer Fische, Krebse und andere Meerestiere. An Land schuetzen sie Strand und Duenen vor Windverwehung, die Schicht der abgestorbenen Pflanzen auf dem Sand verhindert, dass dieser von Wind und Sturm weggeblasen wird.

EsTrenc Strand Mallorca Neuerdings bleiben die Neptungraeser moeglichst lange liegen und werden erst im Sommer weggeraeumt. Anders als frueher wird der Strand nicht mehr mit schweren Machinen durchpfluegt und geschaedigt. Das abgestorbene Seegras wird zu Haufen aufgetuermt, Wind und Wellen waschen den Sand aus, so bleibt er an Ort und Stelle. Ein Teil des Seegrases wird dann ueber den gesamten Strand verteilt und mit einer Schicht feuchtem Sand bedeckt, eine weitere Massnahme gegen Windverwehung. Restliches Seegras bekommen Bauern zur Duengung.

Zu den Massnahmen des Umweltministeriums gehoeren auch hoelzerne Lattenzaeune, sie stoppen den Flugsand und unterstuetzen die Ausbildung der Duenen. Ohne die Lattenzaeune flog der Strandsand in die Kiefernwaelder hinter den Duenen.

Ausserdem wurde im Fruehjahr 2008 der gesamte Es Trenc Strand samt Duenen und Kiefernwaeldern unter Naturschutz gestellt, das Befahren und Parken ist nicht mehr erlaubt. Besucher muessen Ihre Fahrzeuge jetzt auf den Parkplaetzen abstellen und werden dann per Shuttle Bus zum Strand gebracht. Die Buskosten sind in der Parkgebuehr enthalten.

Diese wichtigen Naturschutzmassnahmen tragen dazu bei, Urlaub Mallorca auch weiterhin als angenehm und wertvoll zu erleben.

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