Das überaus erfolgreiche Erneuerbare Energien Gesetz aus dem Jahr 2000 wird für den Bereich der Photovoltaik zweimal jährlich überprüft und angepasst. Ziel: verbesserte Steuerung des Wachstums der photovoltaischen Stromerzeugung.
Die Einspeisevergütung richtet sich nach
- Zeitpunkt der Inbetriebnahme
- Nennleistung der Anlage
Die tatsächlich zu vergütende Strom- (Energie-) Menge wird mit einem geeichten Einspeisezähler gemessen. Das EEG unterscheidet hier 4 verschiedene Leistungsklassen auf Gebäuden/Dächern: bis 30 KW (Kilowatt), bis 100 KW, bis 1 MW (Megawatt) und Anlagen grösser als 1 Megawatt. Eine weitere Vergütungsklasse sind Anlagen auf Konversionsflächen und sonstige Freilandanlagen ohne Leistungsgrenze.
Einspeisevergütung Photovoltaik 2005 bis 2012
| Inbetrieb- nahme |
bis 30 KW |
bis 100 KW |
bis 1 MW |
über 1 MW |
Frei- land |
Konv. Fläche |
| 2005 | 54,53 | 51,87 | 51,30 | 51,30 | 43,42 | - |
| 2006 | 51,80 | 49,28 | 48,74 | 48,74 | 40,60 | - |
| 2007 | 49,21 | 46,82 | 46,30 | 46,30 | 37,96 | - |
| 2008 | 46,75 | 44,48 | 43,99 | 43,99 | 35,49 | - |
| 2009 | 43,01 | 40,91 | 39,58 | 33,00 | 31,94 | - |
| 01.01.2010 | 39,14 | 37,23 | 35,23 | 29,37 | 28,43 | 28,43 |
| ab 01.07.2010 | 34,05 | 32,39 | 30,65 | 25,55 | 25,02 | 26,15 |
| ab 01.10.2010 | 33,03 | 31,42 | 29,73 | 24,79 | 24,26 | 25,37 |
| ab 01.01.2011 | 28,74 | 27,33 | 25,87 | 21,57 | 21,11 | 22,07 |
| ab 01.01.2012 | 26,15 | 24,87 | 23,53 | 19,62 | 19,21 | 20,08 |
Einheit für die Vergütungszahlen in der Tabelle ist ct/kWh Cent je Kilowattstunde, ohne Gewähr
Hier wie auch in den folgenden Tabellen gilt die Regelung, dass auch bei grösseren Photovoltaikanlagen die ersten 30 KW mit der höheren Einspeisevergütung, die nächsten 70 KW mit dem mittleren Fördersatz und erst die Leistungen darüber mit dem geringeren Fördersatz vergütet werden.
Konversionsflächen und Freilandflächen
Das Gesetz unterscheidet Ackerflächen, Konversionsflächen und sonstige Freiflächen. Freilandanlagen auf Ackerflächen, sowie in Naturschutzgebieten und Nationalparks erhalten seit dem 1.Juli 2010 keine Förderung mehr.
Konversionsflächen, z.B. auf ehemaligem Militärgelände, Industriebrachen oder Mülldeponien, werden mit höheren Sätzen gefördert, übrige Freiflächen z.B. Autobahnrandstreifen oder ehemalige Gewerbegebiete mit moderateren Sätzen.
Degression
bedeutet die stufenweise Verminderung der Einspeisevergütung abhängig vom Jahr (Zeitpunkt) der Inbetriebnahme. Die Vergütungshöhe je Kilowattstunde bleibt jedoch für die garantierte Zeitdauer 20 Jahre plus Jahr der Inbetriebnahme konstant fest.
Förderung für eigenverbrauchten Strom
Zur beschleunigten Entwicklung dezentraler Stromversorgung und zur Entlastung der Leitungsnetze wird auch der Strom aus einer PV Anlage, der selbst im Haus der Erzeugung oder nachweislich in unmittelbarer Nachbarschaft privat oder gewerblich verbraucht wird, gefördert.
Der Eigenverbrauch ist die lukrativste Form der Verwendung selbsterzeugten Solarstroms. Der Gewinn ergibt sich aus Wegfall der Kosten eingekauften Stroms plus der Vergütung für den selbst erzeugten Strom. Gefördert werden Photovoltaik-Anlagen bis zu 500 kWp, die bis zum 31.12.2013 in Betrieb genommen werden.
So wird nun neben dem privaten Eigenverbrauch auch der Eigenbedarf kleinerer energieverbrauchender Unternehmen gefördert. Ab dem 1. Januar 2014 an sind vorerst keine Eigenverbrauchsanmeldungen mehr möglich. Das muss aus Sicht vieler kleinerer Gewerbebetriebe geändert werden.
| Inbetriebnahme | Eigenverbrauch | bis 30 KW | bis 100 KW | bis 500 KW |
| ab 1.1.2011 | bis 30% | 12,36 | 10,95 | 9,48 |
| über 30% | 16,74 | 15,33 | 13,86 | |
| ab 1.7.2011 | bis 30% | 12,36 | 10,95 | 9,48 |
| über 30% | 16,74 | 15,33 | 13,86 |
Einheit für die Vergütungszahlen in der Tabelle ist ct/kWh Cent je Kilowattstunde
Netzintegration photovoltaischer Anlagen
Um die so genannte 50,2 Hertz Problematik zu entschärfen müssen zukünftige Wechselrichter verschärfte spezifische Anforderungen erfüllen. Dazu gehört zum einen Fernsteuerbarkeit, d.h. im Bedarfs- oder Notfall kann eine Leit-/ Kontrollstelle PV Anlagen einzeln oder gruppiert steuern oder regeln.
50,2 Hertz Problematik bedeutet, dass im Falle des Anstiegs der Netzfrequenz auf 50,2 Hertz sich unkontrolliert viele PV Anlagen vom Netz trennen und so grossflächige Stromausfälle erzeugen könnten.
Was ist das - Photovoltaik?
Photovoltaische Solarzellen wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom. Die ersten Solarzellen aus Silizium wurden in den 1950ern in Satelliten eingesetzt. Heute sieht man sie auf vielen Dächern, auf privaten Häusern, öffentlichen und Firmengebäuden. Neben Silizium gibt es einige andere Materialien, die für photovoltaische Anwendungen geeignet sind.
Photovoltaik (PV) Anlagen sind sehr populär, sie sind sauber und geräuschlos, ausserdem gibt es für ihren Strom eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz. Rechnerisch könnte der gesamte Strombedarf mit Solarstrom aus PV gedeckt werden, dezentral auf jedem Hausdach.
Sauberer Strom aus photovoltaischen (PV) Anlagen
Die photovoltaische Stromerzeugung bietet einzigartige Vorteile:
- Direkte Umsetzung von Sonnenlicht in elektrischen Strom, einfache Technik
- keine Dampfdruckleitungen, keine Dampfturbinen, keine Stromgeneratoren
- geräuschlos und abgasfrei
- dezentral, viele kleine Einheiten arbeiten zusammen oder alleine
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